Das Energieerzeugungs-Unternehmen im Benediktinerstift Admont
Die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen hat im Stift Admont eine lange Tradition. Dort, wo schon Jahrzehnte zuvor ein altes Drahtzieh- und später ein Sensenwerk in Betrieb stand, errichtete das Stift bereits im Jahr 1911 sein erstes Kleinwasserkraftwerk in Hall bei Admont (Mühlau). Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 500.000 kWh wurde anfänglich der Bedarf des Klosters und einiger Haushalte im Markt Admont gedeckt. Sogar der Bahnhof Selzthal wurde mit Strom aus der Mühlau versorgt, wofür eine aufwändige Erdkabel-Verlegung über die Enns und entlang der Bahntrasse durchgeführt wurde.
In den folgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist der Bedarf an elektrischem Strom sprungartig gestiegen. Das Stift Admont und sein E-Werk haben diesen Trend schnell erkannt und weitere Kraftwerke errichtet, die ihre Energie aus Wasser und Biomasse gewinnen.
Im Zuge der Liberalisierung des österreichischen Strommarktes wurde das „alte E-Werk“ in ein eigenes Tochterunternehmen des Stiftes umgewandelt: Mit der Gründung der ENVESTA Energie- und Dienstleistungs GmbH im Jahr 2004 stellt sich das Stift Admont den neuen Herausforderungen, die auf einen modernen Energieversorgungsbetrieb zugekommen sind. Heute gewinnen die Kraftwerke der ENVESTA jährlich rund 43 Millionen kWh und versorgen die Haushalte von vier Gemeinden, Kunden aus Gewerbe und Industrie sowie das gesamte Kloster und seine Betriebe mit „grünem Strom“. Daneben liefert ein vollbiologisches Blockheizkraftwerk in der STIA Holzindustrie Fernwärme für etwa 300 Haushalte in Admont und für das Stift mit all seinen Gebäuden.
Die ENVESTA ist als modernes Unternehmen Energieerzeuger und -versorger, Netzbetreiber und Energiehändler. Und es fehlt auch nicht an weiteren Visionen: Acht Kleinwasserkraftwerke betreibt die ENVESTA derzeit, zwei weitere stehen vor ihrem unmittelbaren Baubeginn und können voraussichtlich 2012 in Betrieb genommen werden. Ein Projekt zur Errichtung der größten Fotovoltaik-Anlage der Steiermark steht vor seiner Realisierung und ein Plan zum Bau eines Flusskraftwerkes an der Mur ist in Verhandlung.




